Seit einem halben Jahr bin ich Rentner. Neue Beiträge wird es entweder gar nicht oder in einem neuen Blog auf einer eigenen Seite geben. Das weiß ich in ein paar Wochen. Dann folgt der Hinweis darauf.

Das Grundthema bleibt Schach und Training. Das C-Trainer-Zertifikat des DSB ist erworben. Jugendtraining im Verein und an zwei Schulen, Nachmittagsbetreuung wird gegeben und das eigene Training kommt langsam weiter.

Interessierten im weiteren Umkreis um Wiesbaden empfehle ich aufgrund meiner Erfahrung Igor Khenkin als Trainer. Zeit und Geld vorausgesetzt ist das toll, von einem Vollblutprofi Anregungen zu bekommen. Er liebt das Spiel und das kommt rüber. Die ersten zwei Jahre passte ich öfter nach dem Training mit Hut unter der Tür durch. Das lag nicht daran, dass Igor Borissewitsch mich fertig machte, sondern an meinem Leistungswunsch und der Konfrontation mit der Realität. Wer sowas nicht aushält, der spare Zeit und Geld. Wer weiß, dass ein Trainer diese Funktion hat, und das am Ende genießen kann, der ist da gut aufgehoben. Der Link für eine Kontaktaufnahme ist

http://www.khenkin-chesstraining.de/

Spielern unter 1500 DWZ mit weniger Geld empfehle ich die Kontaktaufnahme mit einem Trainer auf IM-Niveau in ihrer Gegend. Für Erfahrungsberichte bin ich dankbar!

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Zum Neustart-Beitrag habe ich keine Kommentare zugelassen. Vielen Dank für die Reaktionen.

Ein Neustart ist fällig, weil viel passiert ist. Wer nichts über Unglück lesen will, sollte diesen Beitrag überschlagen. Er ist offener als im Internet normalerweise gut tut, weil ich mir ab Juli überlegen kann mit meiner Berufsarbeit aufzuhören und somit keine Rücksicht auf die Erwerbswelt mehr nehmen muss.

Das Wichtigste ist der Tod meiner Frau im Oktober. Wir hatten nur knapp 15 Jahre zusammen. Die waren von gegenseitigem Respekt geprägt. Wir haben gemeinsam eine Reihe von Schicksalschlägen getragen und das Beste aus unserer Zeit gemacht und so viel Schönes erlebt. Bei den Beziehungen vorher war ich bei derem Ende neben dem Trennungsschmerz immer sofort froh, mit bestimmten Verhaltensweisen der Damen nichts mehr zu tun zu haben. Jetzt mache ich eine andere Erfahrung. Mir fehlt selbst das, was für mich im Alltag schwierig war. Wir haben halt zusammen gepasst.

Den 60. Geburtstag nach Weihnachten verbrachte ich dann bei einem Schachturnier im Ausland. Dabei und in den folgenden Monaten konnte ich mich immer schlechter konzentrieren. Das führte ich zuerst auf das eingestellte Training zurück. Jetzt weiß ich zusätzlich, dass meine fibrotische Lungenkrankheit wieder einen Schub hatte. Das Volumen ist jetzt bei 69%, die Sauerstoffaufnahme war vorher bei rund 75%. Ich will gar nicht wissen, wo sie jetzt ist. Jetzt wird wohl ein teures Medikament ausprobiert. Mal abwarten, ob ich damit klar komme und der Progress gestoppt wird. Jedenfalls habe ich jetzt diese Krankheit im 17. Jahr. Zusammen mit der endogenen Depression schlägt das auf Ausdauer und Konzentration. Beim Arzt fiel mir der Spruch ein: „Früher war ich jung und gesund. Jetzt bin ich nur noch und.“

Schach benutze ich als „objektiven“ Maßstab, wie es um Konzentration und Lernfähigkeit bestellt ist. Mal sehen, wie das geht. Jedenfalls bin ich von einer Leistung über 2000 im Moment auf eine Leistung um 1900 zurückgefallen und dagegen gilt es jetzt zu kämpfen.

Bevor ich das systematisch hinkriege müssen alltägliche Dinge auf die Reihe gebracht werden. Im April werden es sechs Monate seit ihrem Tod sein und ich kann immer noch nicht entscheiden, ob es sinnvoll ist mit der Arbeit aufzuhören. Kontakte, Aktivitäten, Ziele, …. alles muss sich erst normalisieren. Das Trauerjahr gibt es zurecht.

Als inneres Motto für die Fortführung des Blogs gilt eine Äußerung meines Trainers. „Im Schach musst Du Dich fokussieren.“

Ich werde über die Versuche eines 60+ers zu berichten, die 2000 solide zu knacken und dabei hoffentlich ab und zu unterhaltsam zu sein. Daneben soll es Notizen zu Schach im Netz, eigenen Erfahrungen als Trainer, Buchbesprechungen und Partien oder Fragmente geben. Diese stehen dann im Zusammenhang mit mit dem Ziel 2000+.

Jede Rückmeldung wird zur Kenntnis genommen.

Beim heutigen Blick in den Blog wurde mir bewusst, wie lange nichts Neues geschrieben wurde.

Das hat einen guten Grund, die Konzentration auf das Wesentliche – Schachtraining. Ich habe mir Training bei einem Großmeister geleistet. Das ist eine hervorragende Erfahrung. Nach einer Unterweisung in Denkmethoden werden vor allem selbst gespielte Partien analysiert und der Meister zeigt mir auch auf Wunsch seine Partien. Bei der Analyse der eigenen Partien werden die eigenen Schwächen sehr deutlich. Da denke ich gut gespielt zu haben und habe doch nur gewonnen, weil der Gegner kräftig mithalf.

Die Pluspunkte, die durch andere Trainingsformen nicht zu erreichen sind:

– Hinweise auf die eigenen Schwächen im persönlichen Kontakt mit einem Meister

– der Verlust jeglichen unnötigen Respektes vor Spielern bis DWZ 22xx angesichts der Partieanalysen, die auch die Schwächen der Gegner aufzeigen

– der Verlust jeglicher Überheblichkeit angesichts der gelegentlich drastischen Aufdeckung eigener Fehler

– nähere Beobachtung eines sehr starken Spielers wird durch den persönlichen Kontakt erleichtert, hilft bei der Partievorbereitung

Im Ergebnis zeigt sich von Aufnahme des Trainings im März 2012 bis heute eine Steigerung der DWZ von 1822 auf 1930, wobei noch das letzte Turnier fehlt, bei dem gut 30 DWZ-Punkte gewonnen wurden und ein IM geschlagen wurde.Link zur Partie

Neben dem Training mit dem Meister wurde NUNN 2010 – 1001 Deadly Checkmates, auch auf deutsch erhältlich, zweimal durchgearbeitet. Jede ungelöste Aufgabe wurde darauf untersucht, was die Lösung nicht finden ließ. So sind jetzt 70 Aufgaben übrig geblieben, die auf Karteikarten in einer Box sind.

2012 war das passivste Jahr, was Schreiben anging. Es war gleichzeitig das aktivste Jahr, was Training und Arbeit an der Verbesserung der Leistung im Schach betraf. Die Idee für eine neue Spalte ist da, Material ebenso. Aber zuerst wird einmal gesehen, ob die anderen Arbeiten gut gepackt werden. Ist das der Fall, dann wird hier weiter geschrieben.

Ein Dank und Grüße an die Menschen, die hier lesend vorbei kommen. Gesundheit und ein friedliches Jahr 2013!

(Unterstützt unsere Soldaten und Soldatinnen in Afghanistan. Holt sie da raus, wenn es sein muss gegen ihren Willen!)

Die WordPress.com-Statistik-Elfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2012 an.

Hier ist ein Auszug:

600 Personen haben 2012 den Gipfel des Mount Everest erreicht. Dieser Blog hat 2012 über 4.100 Aufrufe bekommen. Hätte jede Person, die den Gipfel des Mount Everest erreicht hat, diesen Blog aufgerufen, würde es 7 Jahre dauern, um so viele Aufrufe zu erhalten.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Das Training wurde um einen wichtigen Punkt seit ein paar Monaten verändert. Der Patzer leistet sich Training bei einem richtigen Großmeister, der zur erweiterten Weltspitze gehört (Top 100 Fide).

Das ist an sich nicht der Rede wert. Interessant sind die Einblicke in Spitzenschach, die hohe Qualifikation von I. Khenkin als Trainer und der andere Blick auf Menschen, die aus welchem Grund auch immer Schlechtes über andere schreiben müssen.

Zu den Einblicken in Spitzenschach wird hier später vielleicht geschrieben. Und das nur mit Genehmigung der Betroffenen. Zur Qualifikation von Herrn Khenkin als Trainer gebe ich hier nur zwei Punkte: Der russische Schachverband hat ihn als Trainer für seine Jugendnationalmannschaft vor der Jugendolympiade für eine Woche eingeflogen. Da sitzen ein paar hungrige 2600er am Brett, von denen wir Schachspieler sicher noch lesen werden. Die Entscheider dort wissen was sie tun! Der Patzer selbst freut sich, in regelmäßigen Abständen einem höflichen, bescheidenen und an jeder unklaren Stellung hoch interessierten Könner gegenüber zu sitzen. Manchmal kommt er dann mit Hut 2cm groß aus dem Training. Das liegt nicht an Khenkins Art, sondern an den vielen Hinweisen zum fehlenden Wissen. Der Effekt auf die DWZ ist messbar. Für einen 58jährigen dürfte ein DWZ-Zuwachs bei unverändertem Trainingsaufwand von 1822 einmal um 40 und einmal um 30 Punkte für sich sprechen.

Nun zum dritten Punkt, den Menschen, die auf anderen aus welchen Gründen auch immer herum hacken müssen. Angst essen Seele auf. Ein Herr Stefan Löffler, seines Zeichens Autor im Schachwelt-Blog, und meiner Erinnerung nach Schach“journalist“, lässt sich hier über die zu große Tendenz von Igor Khenkin zum Remis aus. Der in BILD-Manier geschriebene Blogbeitrag ist allein schon dadurch bemerkenswert, dass der Autor selbst auf seine fehlenden Recherchen hinweist. Macht nichts, „irgendwas bleibt hängen“. Darauf wurde in den Kommentaren des Blogs bereits hingewiesen.

Hier möchte ich einen weiteren Aspekt festnageln. Die Partie kann ich hier nicht nachspielbar posten, die pgn kann sich aber jeder in ein entsprechendes Programm laden.
[Event „Olympiad“]
[Site „0:38.10-0:00.03“]
[Date „2012.09.06“]
[Round „09“]
[White „Khenkin, Igor“]
[Black „Movsesian, Sergei“]
[Result „1/2-1/2“]
[WhiteElo „2656“]
[BlackElo „2698“]
[WhiteTitle „GM“]
[WhiteCountry „GER“]
[BlackTitle „GM“]
[BlackCountry „ARM“]
[Remark „Olympiad M 03.2“]
[PresId „1000090032“]

1.d4 d5 2.c4 c6 3.Nf3 Nf6 4.Nc3 a6 5.e3 b5 6.b3 Bg4 7.Be2 Nbd7 8.h3 Bh5 9.g4 Bg6 10.Ne5 Nxe5 11.dxe5 Ne4 12.Nxe4 Bxe4 13.f3 Bg6 14.cxd5 cxd5 15.a4 b4 16.Bb2 e6 17.Rc1 Be7 18.Qd4 O-O 19.Kd2 f6 20.h4 fxe5 21.Qxe5 d4 22.g5 Bd6 23.Qxd4 e5 24.Qd5+ Bf7 25.Qe4 Bg6 26.Qd5+ Bf7 27.Qd3 Qe7 28.Rc6 Rad8 29.Kc2 Kh8 30.Rd1 Bb8 31.Qxa6 Bd5 32.Kb1 1/2-1/2

Man schaue sich die Stellung vor dem 19. weißen Zug an.

Das ist also die Situation: Schwarz ist nicht schlechter entwickelt, der Hebel f6 ist eine logische Option zur Öffnung der Partie, Raumgewinn und Schwächen dürften sich die Waage halten. Movsesian hat hinreichend Gewicht, um sich in der Regel nicht einfach umrennen zu lassen. Der Mannschaftskampf sieht zu dem Zeitpunkt weder gut noch schlecht aus.

Und was spielt jetzt unsere „Angstremis“ anstrebende Fehlbesetzung mit einer 2700+ Eloleistung in dieser Position? 19. Kd2. Ein logischer und riskanter Zug. Wer sich die weiteren Züge in Ruhe anguckt, der wird feststellen, dass hier eine hochspannende Stellung angestrebt wurde.

Neben dieser Dreckwerferei ohne Recherche des Herrn Löffler ist noch unangenehm, dass R.W.Fassbinder hier missbraucht wird. Wer den Film „Angst essen Seele auf“ gesehen hat, weiß Bescheid. Er richtet sich gegen kleinbürgerliches menschenfeindliches Denken und Handeln. Genau das ist es, was in dem oben verlinkten Blogbeitrag gezeigt wird.

Mir soll mal einer erklären, wie ein Schachspieler mit zu großer Liebe zum Remis seit mindestens 2 Jahren in jedem Turnier, in dem das vom Rating der Gegner her möglich ist, eine 2600+ Leistung bringen kann! Es geht hier für die Gegner und ihn um das Gehalt. Herr Löffler ist sich anscheinend nicht klar darüber, dass sein Angriff bei Betrachtung unter diesem Blickwinkel ein großes Kompliment ist. Möge ihm das zu Bewußtsein kommen. Dann setzt er sich vielleicht für ein Sondersponsoring ein, damit Igor Khenkin im nächsten WM-Zyklus sein Talent im Kampf um die Schachweltmeisterschaft einsetzen kann.

Aber Ironie beiseite. Schachspieler in der Nähe Wiesbadens sollte sich auf alle Fälle die öffentlichen Vorträge Khenkins zu Partien und Repertoire nicht entgehen lassen. Er ist sehr offen und dürfte interessierte Fragen zur Olympiade so beantworten, wie er über frühere Turniere berichtete.

Die WordPress.com Statistikelfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2011 an.

Hier ist eine Zusammenfassung:

Ein New York City U-Bahnzug faßt 1,200 Menschen. Dieses Blog wurde in 2011 etwa 4.700 mal besucht. Um die gleiche Anzahl von Personen mit einem New York City U-Bahnzug zu befördern wären etwa 4 Fahrten nötig.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Angesichts der €-Krise ist es wohl das Beste, sein Geld in Sachwerte zu stecken oder zu konsumieren. Also schlage ich seit einigen Monaten bei Ebay zu und besorge mir günstig Schachbücher.

Der letzte Post beschäftigte sich mit dem Fehlerteufel und neben dem (erfolgreichen – dazu später mehr in Schachpsychologie) Meditieren ist das Taktiktraining im Vordergrund. Dazu nutze ich im Moment

John Nunn – 1001 deadly checkmates – Gambit Press 2011.

Nachdem ich 400 Stellungen gelöst habe: Es ist ein Buch für motivierte Anfänger und Klubspieler im unteren Bereich, (DWZ bis 1200), und für Trainer, die Material suchen.

Mit meiner (inoffiziellen, weil ich vereinslos bin) DWZ von etwa 1850 ist das Buch zu leicht. Geeignet ist es als Kontrolle zum Thema Konzentrationsfehler. Bisher habe ich etwa 8 Stellungen nicht fehlerfrei gelöst und etwa jede 25. Stellung muss ich länger als 30 Sekunden nachdenken. Nur einmal fand ich bisher eine Alternativlösung in der dem Buch entsprechenden  Zugzahl.

Es gibt ein paar schöne Mattbilder, die ich so noch nicht kannte. Zu jeder Stellung ist die Partie angegeben. Die Stellungen sind mit einer Schätzung der Schwierigkeit verbunden, die ab und zu daneben liegt. Wie soll ein Meister vom Kaliber NUNN’s auch immer einschätzen können, was engagierten Anfängern schwer fällt?

Fazit: Ein solides Buch für jeden, der wenig Prosa mag und viele Stellungen durchgehen will. Engagierte Jugendliche und Anfänger kennen danach sicher fast alles, was an Mattbildern auf das Brett kommen kann.

Persönlich gefällt mir das alte Buch von  Kurt Richter – „Schachmatt“ besser. Es sind weniger Stellungen. Aber der Text ist gut geschrieben. Beide Bücher hintereinander sind sicher für die genannten Zielgruppen die ideale Quelle.

„Neben der Kapp“ ist ein hessischer Ausdruck, der wohl leider gerade auf mich zutrifft. Einzelheiten werden Blogger und Lesern erspart. Es gibt aber schlechte „gute“ Gründe dafür. Weiterkämpfen und so gut wie möglich Aufrappeln ist also das Motto.

Schachlich ist das Symptom eine Reihe feister Fehler in Fernpartien ohne Engine in den letzten Wochen. Das sei hier kurz zur Verdeutlichung vorgeführt:

[Site „Chess.com“]
[Date „2011.10.01“]
[White „Schachfreund“]
[Black „Patzer53“]
[Result „1-0“]
[TimeControl „1 in 3 days“]
[Termination „Schachfreund won by resignation“]

1.e4 e5 2.Sf3 Sf6 3.d4 Sxe4 4.Ld3 Sc6 5.Sxe5

Fernpartien ohne Engine sind mein neuer Versuch für Brettpartien zu trainieren. Die Steinitz-Variante des russischen Springerspiels habe ich mir nie richtig angeguckt. Das hätte ich hier mal gefälligst tun sollen. Unbelehrbar probiere ich die nicht völlig koschere Murey-Variante und weil mir das Hauptabspiel nicht zusagt, verfalle ich auf eine Neuerung.

Neuerung im 5.Zug

5. .. Sc5

Leider spielt der Gegner ganz einfache in meinen „umfangreichen“ Analysen übersehene Züge, die jeweils mit (ü) gekennzeichnet werden.

6.Lc4 Se6 7.O-O (ü) d5 8.Lb5 Ld7 9.Sxd7 Dxd7 10.Le3 Le7 11.c4 (ü) 1-0

Nach 11 Zügen in einer Fernpartie!!!

Fortsetzungen wie 11. .. a6 12. La4 0-0 13. Sc3 b5 14. cxd5 bxa4 15.dxc6 Dd6 16. Dxa4 mit zwei Bauern weniger ohne Kompensation gefielen mir nicht. Das Übersehen zweier Normalzüge hatte mir zusätzlich den Nerv geraubt. Nach 11 Zügen in einer Fernpartie platt! Ein dreifach Hoch!

Weiter ging es auf dem Lechenicher Schachserver im No-Enigne-Cup:

In einer Partie spiele ich den zweiten Zug der Hauptvariante vor dem ersten und stehe damit nach 15 Zügen als Weißer im offenen Spanier völlig breit. Aufgabe. Ein Diagramm ist überflüssig.

In der nächsten Partie gelingt mir dann das hier:

Patzer53 fasst einen Plan

Schwarz zieht und Opfer auf g3 führen zu weißem Vorteil. Also sollte man anerkennen, dass Weiß die Eröffnung gewonnen hat und mit e5 erst einmal die Defensive stärken. Doch da kommt eine Idee: Das Zentrum mit Figuren angreifen! Dazu muss der Sh5 nach f6 und wegen e4-e5 der Ld6 nach e7. Es geht also weiter:

15. – Le7 16. Sf3 und nach 30-minütiger Analyse folgt Shf6?, den Weißen zu 17. Lf4 mit Gewinnstellung einladend. Weiß spielte nett weiter (17. Lf4 Dc8 18. Tac1 b6 19. Sd5 Dd8 20. Sc7 Tc8 21. Sxe6) und ich ließ mich dann Matt setzen.

Damit war es aber noch nicht vorbei. Auf chessmail.de gelang in dieser Partie

Orang_Utan – Patzer53

mit (3. – Le6 ?! und 22. – Sfg4?) ein positioneller und ein taktischer Schnitzer besonderer Güte

und in dieser Partie

Lestat – Patzer53

mit 21. – Kg8? ein Dickerchen, dass nach 22. b3 und 23. T1c7 in den Orkus geführt hätte. Zerberus hätte nicht gebellt, nur gelacht.

„Was tun?“ und „Womit beginnen?“

Diagnose: Fehler dieses Ausmaßes sind auf Konzentrationsmängel zurückzuführen. Die Ursachen dieser Mängel sind bekannt:

  • nachvollziehbarer Stress jenseits der 64 Felder
  •  eine Tendenz zum Optimismus (Angriffsideen ohne zureichende Vorbereitung)
  • oberflächliche Analyse
  • fehlende Kontrolle vor Absenden der Züge (Ich will noch fertig werden mit den Partien heute abend.)

Gesundheit und Stressresistenz werden jetzt gestärkt mit

  • dreimal 30 Minuten Bewegung in der Woche
  • kognitiver Restrukturierung (googeln) am Arbeitsplatz
  • Mentalem Training

Mentales Training ist der interessante Punkt hier für Schachspieler. Das wurde vor knapp 30 Jahren schon einmal mit gutem Erfolg von mir angewandt und sei hier kurz erklärt. Entspannungsübungen werden mit Selbstinstruktionen verbunden. Selbstinstruktionen (nach Meichenbaum – googeln) sind kurze positive Sätze, die Vorhaben und Kompetenzen stützen. Ein Satz wie „Ich mache keine Züge ohne Kontrolle.“ ist ein (doppelt) negativer Satz und (empirisch gut gestützt!) unwirksam und damit schädlich, weil Zeitverschwendung und zu Misserfolgen führend. „Vor jedem Zug in einer Fernpartie kontrolliere ich noch einmal die gegnerischen Drohungen.“ ist dagegen ein positiver Satz. Er ist überprüfbar und handlungsleitend.

Damals stärkte ich mein Trainingsvorhaben mit dem Satz: „Du löst jede Woche fünf mal 15 Minuten lang Taktikaufgaben.“  Zwei Entspannungseinheiten mit Selbstinstruktion genügten pro Woche. Mit etwas Training lässt sich das im Zug, Bus, bei Wartezeiten, etc.  durchführen.

Jetzt ist die erste Aufgabe, auf bestimmte Belastungen anders zu reagieren. Das Entspannungstraining wird in der ersten Sequenz mit eingesetzt, um die regelmäßige Bewegung zu unterstützen.  Bewegung ist ein sehr wirksamer Faktor für die seelische und körperliche Gesundheit.

Zum spezifischen mentalen Training in Sachen Schach wird wahrscheinlich später unter Psychologie und Schach berichtet.

Man stolpert mit zunehmenden Alter zunehmend über alte Unterlagen und sieht: Das war bereits damals schwierig für mich, wie  das folgende Diagramm, dessen Quelle ich mir nicht notiert habe. Jetzt halfen mir zwei Empfehlungen zur Denkmethodik:
1. Wenn verschiedene Kandidatenzüge nicht zum Erfolg führen, dann Versuche den zweiten Zug als ersten Zug!
2. Rechne immer einen Zug tiefer, als die Variante dir nahelegt!

Woher nur? - Weiß zieht

Die Stellung ist zweischneidig. Schwarz hat ohne vollendete Entwicklung angegriffen. Sowas wird mit korrektem Gegenspiel immer bestraft. Bekäme Weiß die Dh6 weg, dann wäre Dh5+ sehr unangenehm für Schwarz. Also ist der erste Kandidat 1.f4xg5. Weiter geht es mit Dh6xg5 und jetzt scheitert in der ersten Berechnung 2.Se5-f7 an Dg5xe3+ und nach 3.Kg1-h1 0-0 hat Schwarz etwas Entwicklung nachgeholt und den Ld6 indirekt gedeckt, nach 3.Le1-f2 folgt De3-f4 und 4.Sf7xh8 wird mit Matt auf h7 widerlegt.

Bleibt der Patzer also erst einmal ratlos zurück und hat seinen Namen bestätigt. Das will er nicht und kommt zu der Frage: Was stimmt an diesen Berechnungen nicht?

Für das Lesen der Lösung/Partiefortsetzung die linke Maustaste drücken und hinter „1.“ oder „1. ..“  darüber fahren um sie zu lesen.

1.Se5xf7 ist Tipp 1 und gewinnt leicht wegen 1. .. Ke8xf7 2.f4xg5+ und die Dh6 ist futsch.
1.f4xg5 Dh6xg5 2.Se5-f7 Dg5xe3 3.Kg1-h1 0-0 4.Dd1-g4+ ist Tipp2 und führt zum Matt nach 4. .. De3-g5 5.Dg4xg5#.

Oktober 2017
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